Neuer Vorstand, neue Ideen
Auf seiner Mitgliederversammlung wählte der Förderkreis des Museums Weinheim e.V. turnusgemäß einen neuen Vorstand und sprach über künftige Schwerpunkte seiner Arbeit für das Museum. Götz Diesbach, 23 Jahre lang Vorsitzender des Vereins, legte sein Amt nieder und schlug seinen Stellvertreter Dr. Alexander Boguslawski als 1. Vorsitzenden vor; dieser wurde von den anwesenden Mitgliedern ebenso ohne Gegenstimmen gewählt wie der neue 2. Vorsitzende, Thomas Veigel.
Veigel, langjähriger Journalist bei der Rhein-Neckar-Zeitung, stieß erst im letzten Jahr zum Förderkreis und war maßgeblich an der Konzeption der jüngsten Ausstellung zur Demokratiegeschichte in Weinheim beteiligt.
Aus dem Vorstand schieden auf eigenen Wunsch auch die Beisitzerinnen Claudia Buggle, Christa Ohligmacher, Sigrid Füller und Barbara Thiehl aus. Auch sie waren lange Jahre im Förderkreis aktiv. Ihnen, wie auch Herrn Diesbach, wurde von der Versammlung herzlich für ihre langjährige, wichtige Tätigkeit gedankt. Als neue Beisitzer im Vorstand wurden Heiner Bernhard und Dr. Arnulf Tröscher gewählt, sowie Götz Diesbach, der also dem Förderkreis erhalten bleibt und lediglich die Position im Vorstand getauscht hat.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte der Vorstand, unterstützt von Andrea Hiebel, der Kunsthistorikerin und neuen Mitarbeiterin im Museum, einige Ideen und Schwerpunkte der künftigen Museumsarbeit vor. Veigel resümierte die gerade zu Ende gegangene Veranstaltungsreihe zur Weinheimer Demokratiegeschichte und bezeichnete das Konzept als Beispiel künftiger Projekte im Museum. Neben klassischen Museumsausstellungen soll es auch öfter Vorträge, Lesungen, Diskussionen und Unterhaltung im Weinheimer Museum geben. Diesbach beschrieb die künftige Rolle des Museums als die eines „Dritten Ortes“ in der Stadt, an dem Menschen außerhalb der Familie und des Arbeitsplatzes zusammenkommen und sich als Stadtgesellschaft unterhalten und austauschen können.
Eine Aufgabe, die auf unser Museum zukommen wird – und an der sich auch die Bürgerschaft ehrenamtlich beteiligen können wird – ist die notwendige Inventarisierung der Museumssammlung. In den letzten Jahrzehnten wurde vieles gesammelt, für das der verfügbare Platz in den Depots nicht mehr ausreicht. In einer großen, auf Jahre angelegten Aktion, so beschrieb Andrea Hiebel das Projekt, sollen die Bestände gesichtet, bewertet und zum Teil auch „entsammelt“ werden. Das alles geschieht unter fachlicher Aufsicht, aber dennoch unter Mitwirkung der Bevölkerung, die über die Aufbewahrung „ihrer“ Museumsstücke mitbefinden soll.
Neben dieser „Pflichtaufgabe“ eines Museums gibt es aber auch grundsätzliche Probleme zu lösen, wie der scheidende Vorsitzende Diesbach deutlich machte. Das dreihundert Jahre alte Museumsgebäude weist bauliche Mängel auf, die behoben werden müssen, bevor man sich mit der Umsetzung neuer, inhaltlicher Konzepte beschäftigt. Hier sind in naher Zukunft wichtige Weichen im Sinne materieller (und personeller) Voraussetzungen zu stellen. Der Förderkreis steht bereit, seine Vorstellungen zusammen mit der Stadt zu verwirklichen, um das Museum als wichtigen Ort der Stadtkultur zu erhalten.
